Im Rahmen des Projekts „Call-a-Scientist“, in dem Biowissenschaftler von ihren
Erfahrungen und Forschungen in Bildungseinrichtungen berichten, hatten zwei
Biologie- Leistungskurse von Hrn. Eckert und Fr. Kröger die Gelegenheit, von
Prof. Dr. Karl Sperling weitergebildet zu werden. Der ehemalige Leiter des
Instituts für Humangenetik an der Charité teilte uns bisherige Forschungsentwicklungen
unter anderem über das Humangenomprojekt und seine essentielle Bedeutung für die
Biologie und Medizin mit.
Herr Prof. Dr. Karl Sperling ist einer der prägendsten Humangenetiker Deutschlands, der vor allem durch seine herausragende Tätigkeit in diesem speziellen Bereich der Genetik ebenfalls durch die Deutsche Gesellschaft für Humangenetik (GfH) mit der GfH- Medaille im Jahre 2008 geehrt wurde. Seine Professionalität und Gabe, Wissen an uns Schülerinnen und Schüler weiterzugeben, prägten seine Präsentation und ließen diese sehr interessant und eindrucksvoll wirken.
Prüfen und Forschen waren wichtige Schlagworte. Im Rahmen der Zitate: „Der Mensch ist bereit, reinen Unsinn zu glauben“ und „Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“, baute Prof. Dr. Sperling seinen Vortrag auf, indem er zunächst allgemeine und aus dem Unterricht bereits bekannte Grundlagen vorstellte, anhand derer er anschließend in komplexere Themengebiete einstieg. Er sprach von der visionär erscheinenden Entschlüsselung des menschlichen Erbguts, welche die weltweiten Institute einte und deren Ergebnisse 2002 veröffentlicht wurden.
Schließlich kamen die Fragen: Wieso und warum?. Die Frage nach dem Nutzen und die Antwort, die man von Seiten der Charité erwarten kann - Medizin. Es folgte eine Übersicht zu den Methoden, mit denen Krankheitsmerkmale, deren Information auf der DNA liegt, bezüglich ihrer genetischen Grundlagen entschlüsselt werden. Die DNA wird mit Sonden markiert und deren Weitervererbung in Zusammenhang mit der Krankheit beobachtet. Liegt die Sonde auf dem DNA-Abschnitt, der die Information für die Krankheit trägt, so wird sie stets mit diesem vererbt. Einfach und genial. So sehen Lösungen aus in der biologischen Forschung laut Prof. Sperling.
Über die Evolution und kulturelle Identifikation sprach er auch davon, dass der Mensch ein „geschlechtsreifer Affenfötus“ sei und die Menschenrassen näher verwandt sind, als man zunächst glaubte. Am Ende durfte der Kurs auch noch Fragen stellen. Der vorgetragene Stoff bot weniger Diskussionsmaterial, als man bei derart heiklen Themen unterbringen konnte, ungeklärte Fragen waren bald beantwortet.
Uns bleibt zu sagen: „Danke für den Besuch und das Erzählte. Wir sind bereit, Ihnen alles zu glauben.“
Berta Mirdita (LK Bi-3 Kröger) & Clara Kuper (LK – Bi3 Eckert), Dezember 2011